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Newsletter August September 2011

Heldin auf vier Pfoten:
Bijata ist die Super-Rettungshündin 2011

Irmgard Peruzzi und Bijata
Irmgard Peruzzi und Bijata, Foto: Schön / DRK
Die elegante Windhündin Bijata hat die Wahl zum Super-Rettungshund 2011 gewonnen. Sie hat die Facebook-Jury durch eine packende Rettungsgeschichte und viel Einsatzerfahrung überzeugt. Die Hundeführerin Irmagard Peruzzi im Interview.

Strategie 2010plus -Newsletter: Warum ist Ihre Hündin Bijata ein Super-Rettungshund?

Irmgard Peruzzi: Bijata hat einen super Charakter ist immer bereit, Leistung zu bringen und hat deshalb auch schon viele Erfolge vorzuweisen. Wir waren bestimmt schon 300 bis 400 Mal im Einsatz. Und natürlich ist sie auch ein sehr schöner Hund.

Newsletter: Welche Art von Suche ist Bijatas Spezialität?

Peruzzi: Bijata ist eine Mantrailerin. Das heißt sie kann Spuren von vermissten Personen, anhand deren Individualgeruchs über Kilometer lang verfolgen – auch wenn die Spuren schon einige Tage alt sind.

Newsletter: Was war Ihr schönstes Erlebnis im Einsatz?

Peruzzi: Einmal hat Bijata den vermissten Beifahrer aus einem Autounfall im Nachbarort gefunden. Die Polizei und Feuerwehr hatten die Suche schon aufgegeben. Als Bijata den Mann gefunden hat, ist er ihr sofort um den Hals gefallen und hat gesagt "Das ist ja wie im Film." Meine Hündin war auch ganz begeistert und ist sogar mit in den Rettungswagen eingestiegen.

Bijata mit Siegershleife
Bijata mit Siegerschleife, Foto: Schön / DRK

Newsletter: Windhunde sind als Rettungshunde doch eher untypisch, oder?

Peruzzi: Das stimmt. Eine Rasse Rettungshund gibt es nicht und wir sind darauf bedacht, die Hunde auszusuchen, die unabhängig von ihrer Rasse die beste Leistung bringen. Barsois können sich durch eine hohe Leistungsbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltewillen auszeichnen und sind sehr gut in der Lage Probleme zu lösen. Wir sind dem DRK sehr dankbar, dass es gerade auch meinen Hunden eine Chance gab zu beweisen, was in ihnen steckt.

Newsletter: Wie lange trainieren Sie pro Woche?

Peruzzi: Ich habe neben den beiden Mantrailern auch einen geprüften Flächen- und einen geprüften Trümmerhund, ebenfalls Barsois, mit denen ich rund zwölf Stunden pro Woche trainiere. Allerdings wende ich für Bijata und ihre Tochter Winja, als Mantrailerhunde die meiste Zeit auf.

Newsletter: Wie sind sie dazu gekommen, Menschen mit Hunden zu suchen?

Peruzzi: Ich liebe Menschen und Hunde und habe mich schon immer dafür eingesetzt Menschen zu helfen. Als Rettungshundeführerin im DRK kann ich dies in beinahe perfekter Form kombinieren. So kommt das intensive Training sowohl den Menschen als auch den Hunden selbst zugute.

Newsletter: Was hat sich für Sie mit der Wahl geändert?

Peruzzi: Es gab einen ziemlichen Medien-Rummel. Mich hat es gefreut, dass auch Mal was Positives über Hunde in der Presse steht. Wir sind natürlich stolz, dass wir es geschafft haben. Und es ist schön, wenn das Ehrenamt mal so im Mittelpunkt steht und daran erinnert wird, dass es Menschen gibt, die 90 Prozent ihrer Freizeit opfern, um anderen zu helfen. Deshalb möchte ich auch allen danken, die mit mir trainieren. Denn wenn es nicht jede Woche Freiwillige gäbe, die sich stundenlang für unser Training im Wald oder Trümmerfeldern verstecken, oder Spuren für die Mantrailer legen, dann wären wir nicht so erfolgreich.

Newsletter: Vielen Dank für das Gespräch.

 
Redaktion: Caroline Benzel