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Newsletter August September 2011

Zukunftskongress Ehrenamt:
"Wohin die Reise geht"

Eckhard Otte
Eckhard Otte, Foto: DRK
Im Oktober findet der Zukunftskongress Ehrenamt und Freiwilligentätigkeit in Münster statt. Eckhard Otte ist Beauftragter für das Ehrenamt beim DRK-Bundesverband und Organisator des Kongresses. Im Interview spricht er über die Inhalte, Ziele und Bedeutung der Veranstaltung.

Strategie 2010plus -Newsletter: Wer sollte zum Zukunftskongress kommen?

Eckhard Otte: Generell steht der Kongress allen Interessierten offen. Ich fände es aber gut, wenn möglichst viele ehrenamtliche oder hauptamtliche Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer kommen würden. Es wird über die Zukunft des Ehrenamts gesprochen und da ist es wichtig, dass alle Beteiligten und insbesondere die Verantwortlichen für Politik und Strategie beim Roten Kreuz wissen, wohin die Reise geht. Für viele Menschen ist es heutzutage schwierig, sich wirklich ein Leben lang zu engagieren. Es müssen also neue Formen des Ehrenamtes geschaffen werden.

Newsletter: Nimmt der Kongress Bezug auf den neuen Strategieprozess?

Otte: Da die Themen Engagement und Ehrenamt im Strategieprozess einen wichtigen Platz einnehmen, besteht natürlich ein Bezug. Wir befassen uns mit den humanitären Herausforderungen vor denen wir derzeit stehen, mit der Rolle der Hilfsorganisation und des Wohlfahrtsverbandes als Partner von Politik und Wirtschaft aber auch mit der Zukunft des Bevölkerungsschutzes und der Interkulturellen Öffnung.

Newsletter: Wie ist der Ablauf auf dem Kongress?

Otte: Für das Fachpublikum bieten wir sieben parallel laufende Fachforen, die unterschiedliche Bereiche der Freiwilligentätigkeit thematisieren. Konkret sind das Foren zum Management ehrenamtlicher Tätigkeit, Formen und Tätigkeitsbereiche des Ehrenamtes, interkulturelle Vielfalt, Rahmenbedingungen für Engagement, Freiwilligendienste, Blutspende und Gemeinschaften. Jedes Forum besteht aus fünf Sessions, in denen dann unterschiedliche Schwerpunkte besprochen werden. So können die Teilnehmer auch zwischen den Foren wechseln und sich mehreren Themen widmen.

Newsletter: Warum gibt es für den Bereich Blutspende ein eigenes Forum?

Otte: Bei der Blutspende spielt das Ehrenamt eine große Rolle. Es finden tausende Termine pro Jahr statt. Ohne Ehrenamtliche wäre das Sammeln von Blutspenden überhaupt nicht möglich. Im Übrigen haben wir bei der Blutspende gleich doppelt Freiwillige: die Spender und die Ehrenamtlichen, die den Termin organisieren.

Newsletter: Der Kongress in Zahlen?

Otte: Wir rechnen mit 500 bis 600 Teilnehmenden und circa 120 Referenten, Experten und Organisatoren. Und am 30. Oktober ist der 101. Todestag von Henry Dunant. Daran erinnern wir mit einer musikalisch literarischen Reise mit dem Schauspieler Bernd Lange und dem Cellisten Sonny Thet.

Newsletter: Warum ist der Kongress für das Rote Kreuz wichtig?

Otte: Im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit ist der Kongress auch eine Chance, uns nach außen zu präsentieren. Wir gehören zur größten humanitären Bürgerbewegung der Welt, wir sind nicht der "Hilfsmulti" oder der "Sozialkonzern" wie wir manchmal in den Medien dargestellt werden. Wir haben 400.000 Ehrenamtliche, rund vier Millionen Fördermitglieder und zwei bis drei Millionen Geld-, Blut- und Sachspender. Rund acht Prozent der Bevölkerung unterstützen somit das Deutsche Rote Kreuz. Der Kongress gibt uns die Chance, dies auch Mal der Öffentlichkeit zu zeigen. Für die Teilnehmenden bietet der Kongress die Chance, Erfahrungen zu teilen, Neues kennen zulernen und von guten Ansätzen zu profitieren.

 
Redaktion: Caroline Benzel